Home


Rosalie Moller

Das schönste und interessanteste Wrack im Roten Meer.

Die "Rosalie Moller" wurde am 08.10.1941 nur zwei Tage nach der "Thistlegorm" durch ein wahrscheinlich deutsches Kampfflugzeug östlich von Gubal Island versenkt und liegt nun in 50 Meter Tiefe auf Grund. Das Schiff gehörte zu einem Konvoi und hatte 4700 Tonnen Kohle geladen. Die Fahrt hatte in Durban in Südafrika begonnen und sollte in Alexandria enden. Dieses Ziel wurde jedoch nie erreicht. Es war wahrscheinlich ebenfalls ein deutscher Heinkel He 111 Bomber des KG 26 der die "Rosalie Moller" versenkte. Das Schiff ist im Vergleich zu vielen anderen Wracks im Roten Meer noch ziemlich intakt. Lange wusste man nicht genau, um welches Wrack es sich hier handelte. Das Schiff war lange als "Francis" bekannt, dies war jedoch der Name mit dem das Schiff vom Stapel gelaufen war. 1931 wurde die "Francis" an die Reederei Moller verkauft und wurde in "Rosalie Moller" umbenannt. Deutlich erkennbar das "M" auf dem Schornstein. Die "Rosalie Moller" erhielt einen Bombentreffer auf der Steuerbordseite in Höhe von Laderaum drei und sank anschließend sehr schnell. Ein Besatzungsmitglied kam beim Untergang ums Leben. Der Rest der Crew rettete sich auf die nicht weit entfernte Insel von Gubal. Da das Schiff nicht mit wirklich wichtigen Nachschubgütern beladen war, hatte man auf eine Bewaffnung verzichtet und lediglich die Brücke mit Betonplatten gepanzert. Der Bombentreffer war auch lange Zeit der einzig sichtbare Schaden an dem Wrack. Anfang des Jahres 2000 erwischte es dann den Schornstein. Wahrscheinlich hat irgendein Boot denselbigen zum festmachen genutzt. Das hat aber die Faszination die dieses Wrack ausstrahlt nicht beeinträchtigt. Die "Rosalie Moller" ist im wahrsten Sinne des Wortes ein "Geisterschiff". Durch die fast immer schlechte Sicht, taucht das Wrack erst im letzten Augenblick vor dem Taucher auf. Man muss sich Tauchgang für Tauchgang vorarbeiten, ein Gesamtüberblick ist nur sehr selten möglich.



Ganz erstaunlich ist der immense Fischreichtum, den dieses Wrack auszeichnet. Millionen von Glasfischen, viele Zackenbarsche, Makrelen- und Schnapperschwärme, Barrakudas, große Thunfische und fette Rotfeuerfische bevölkern die "Rosalie". Bei guten Sichtverhältnissen hat man auch die Möglichkeit Haie zu beobachten. Korallenbewuchs ist fast nicht vorhanden, dafür findet man sehr viele rote Schwämme. Ein Betauchen der vier Laderäume ist ohne große Schwierigkeiten (von der Tauchtiefe mal abgesehen) möglich. Ein Betauchen des Maschinenraums mit der alten dreizylindrigen Dampfmaschine erfordert schon eine gewisse Vorsicht. Als der Schornstein noch stand war es möglich durch den Maschinenraum in die schiffseigene Werkstatt zu tauchen, ein ziemlich beindruckendes Erlebnis, den dort hing noch das Werkzeug sauber aufgereiht an der Wand. Wunderschön auch die größtenteils noch vorhandenen Bullaugen aus Messing. Verschiedene Innenräume auf dem Oberdeck können ohne Probleme betaucht werden, dies gilt auch für die Überreste der Brücke, wo allerdings Betonplatten der ehemaligen Panzerung teilweise recht wackelig auf den noch vorhandenen Stahlträgern liegen. Das Vorderschiff wirkt recht aufgeräumt und endet in dem noch vorhandenen Flaggenstock. Sehr interessant auch das Heck des Schiffes mit einer alten Seilzug Ruderanlage, die neben dem steilen Vordersteven auf das doch recht hohe Alter des Schiffes hinweist. In den vier Laderäumen befindet sich noch jede Menge Kohle, die sich erstaunlicherweise jedoch farblich von der Kohle der "Thistlegorm" unterscheidet.


TAUCHHINWEISE: Die Rosalie Moller ist aufgrund der großen Tiefen nichts für unerfahrene Taucher. In der Regel lassen sich Deko Tauchgänge an diesem Wrack nicht vermeiden, dies ist allerdings kein Problem da Ab- und Aufstieg immer an der Bojenleine erfolgen sollten. Die Sichtverhältnisse am Wrack sind meistens bescheiden (für das Rote Meer), dafür tritt aber nicht so starke Strömung auf wie bei der Thistlegorm. Das Betauchen der Innenräume am Oberdeck ist problemlos, der Maschinenraum aufgrund der Tiefe mit Vorsicht zu genießen. Gute Tarierung (aufgrund der starken Sedimentschicht) und eine Lampe sind Pflicht.


SCHIFFSDATEN

LÄNGE: 110 Meter

VERDRÄNGUNG: 3960 BRT

STAPELLAUF: Januar 1910

BAUWERFT: Barclay, Curles & Co., Glasgow

LETZTE REEDEREI: Moller Line, Shanghai

UNTERGANG: 08.10.1941 westlich von Gubal Island, Ägypten

VERLUSTE: 1 Menschenleben


WRACKDATEN

GPS POSITION: 27°39´00´´ Nord, 33°46´30´´ Ost

MAXIMALE TIEFE: 50 Meter

MINIMALE TIEFE: 20 Meter




www.sl-videoproduction.de

nach oben